Abläufe und Begriffe im Schachsport sind den meisten nicht-Schach-spielenden Eltern doch nicht so geläufig, wie beim Fußball oder Tennis. Hier ein kleiner Überblick der wichtigsten Fakten/Begriffe etc.


Kleines Schach ABC 

 

Armaggedon – in diesem Format wird immer ein/e Sieger*in ermittelt werden können – ein Remis ist ausgeschlossen. Grundsätzlich gelten bei einer Armageddon Partie die gleichen Schachregeln mit einer Ausnahme: Eine Seite (meistens schwarz)hat weniger Bedenkzeit. Dafür gewinnt diese, wenn es zu einem Remis kommen sollte. Wird meistens genutzt, um den Sieger eines Turniers zu ermitteln.

Ausschreibung – hier sind alle Details eines Turniers geregelt (Turnierform, Spielberechtigung, Bedenkzeit, Einteilung von Altersklassen oder DWZ-Einteilungen, Preise, Startgelder, Anmeldeformalitäten etc.). Sollte daher stets sorgfältig gelesen werden und im besten Falle zugänglich für die Teilnehmenden gemacht werden.

Bedenkzeit – regelt die Bedenkzeit im Turnier pro Spieler*in. Z.B. bedeuten 60 Minuten für 30 Züge + 30 Minuten für den Rest der Partie, das hier für die maximale Bedenkzeit von 90 Minuten bis zum Ablauf von den ersten 60 Minuten bereits 30 Züge gemacht sein mussten. Nur dann erhalten die Spieler*innen noch einen Zeitaufschlag von 30 Minuten für den Rest der Partie. Bei Bedenkzeitregelungen mit Inkrement gibt es sogar noch einen Zeitzuschlag pro Zug von z.B. 30 Sekunden (sogenannter Fischer-Modus). Da dieser Zeitzuschlag nicht unerheblich ist, können sich solche Partien im Einzelfalle auch zu Partien von 5-6 Stunden oder mehr hinziehen. Die Bedenkzeit ist in der Turnierausschreibung geregelt. Wenn bei einem Spieler die Zeit abgelaufen ist, verliert dieser seine Partie – vorausgesetzt der Gegner/die Gegnerin hat noch genügend Spielmaterial um mattsetzen zu können. Ist das nicht der Fall, dann endet die Partie bei abgelaufener Zeit mit einem Remis.

Berührt-geführt – wichtige Grundregel, die es im Schach zu erlernen gilt. Eine Figur, die absichtlich berührt wurde, muss auch in der Folge gezogen werden, wenn ein regelgerechter Zug damit möglich ist. Diese Regel sollte auch zu Hause unbedingt eingehalten werden, damit sich nicht falsche Verhaltensweisen am Schachbrett festigen.  Sobald die bewegte Figur losgelassen wurde, gilt der Zug als beendet und darf nicht mehr verändert werden (vor dem Loslassen dürfte sie noch auf ein anderes mögliches Feld gesetzt werden). Möchte man Figuren auf dem Schachbrett nur zurechtrücken, wird dieses vor ab mit einem „ich rücke zurecht“ oder französischem „j’adoube“ angekündigt.

BJEM/BJMM – Bezirksjugendeinzelmeisterschaft/Bezirksjugendmannschaftsmeisterschaft des Schachbezirks Südniedersachsen – aufgeteilt in übliche Altersklassen U10/U12/U14/U16 und  U18 (U18 nur BJEM). Dient u.a. als Qualifikation für die übergeordneten Landesmeisterschaften von Niedersachsen und finden i.d.R. im Herbst des Vorjahres zu den Landesmeisterschaften statt.

Blitzschach – üblichste Form sind 5 Minuten oder 3 Minuten + 2 Sekunden Aufschlag pro Zug  als Bedenkzeit beim Blitzschach. Oft als unterhaltsame, kurzweilige Form des Schachs beliebt. Bei Kindern und Jugendlichen sollte vorsichtig/zurückhaltend damit umgegangen werden, da es generell zu schnelles Spiel verursacht – was im eigentlichen Turnierschachsinn nicht hilfreich ist und ungenaues/fehlerhaftes Spiel fördert und festigt.

Buchholz – Im Schach kommen häufig im Tabellenverlauf gleiche Punktestände vor – erzielt durch Siege (i.d.R. 1 Punkt) oder Remis (i.d.R. 0,5 Punkte). Bei gleicher Punktzahl kommt die in der Ausschreibung definierte Zweitwertung (es kann auch Drittwertung und weitere geben …) zum Tragen. In vielen Fällen ist das die sogenannte Buchholzwertung. Die Buchholzzahl eines Spielers ist die Summe der Punkte der Gegner*innen und wird nach jeder Runde neu berechnet. Mit dieser Feinwertung landen Spieler*innen, die im Turnierverlauf erfolgreichere Gegner*innen hatten, entsprechend weiter vorne in der Tabelle als Spieler*innen, die Gegner*innen mit weniger Punktausbeute hatten.

Bullet-Schach  - verschärfte Form des Blitzschachs mit Bedenkzeit von 3 Minuten oder weniger pro Spieler*in. Üblicherweise wird meist mit 1 Minute pro Spieler*in gespielt. Weiteres siehe auch Blitzschach.

Cheating – auch das kommt im Schachsport vor. Z.B. durch den Einsatz nicht erlaubter elektronischer Hilfsmittel. Diese (u.a. Smartphones, Smartwatches etc.) sind i.d.R. am Brett komplett auszuschalten und fernab vom Körper zu verstauen – dürfen also während der Partie am Körper nicht mitgeführt werden. Unter strengeren Bedingungen dürfen sie nicht einmal in das Turnierareal mitgenommen werden. Cheating kommt vom Hobbyspieler bis zur Großmeisterin vor. Betrugsversuche können mit Ausschlüssen bis zu drei Jahren geahndet werden. Auch beim online Schach ist die Nutzung von Hilfsmitteln nicht erlaubt! Hier helfen Software-Programme, Cheating-Versuche aufzudecken und man versucht entsprechend zu sanktionieren.

DSB – Deutscher Schachbund : Deutscher Schachbund e. V. - Deutscher Schachbund - Schach in Deutschland

DWZ – deutsche Wertungszahl im Schach – zur besseren Einordnung der Spielstärke. Erhalten in den Datenbanken gemeldete Spieler*innen das erste Mal, wenn sie mindestens 5 DWZ-ausgewertete Partien gegen Spieler*innen mit einer bereits vorhandenen DWZ gespielt haben. Davon muss mindestens ein halber Punkt erzielt worden sein.  Die Partien müssen nicht innerhalb eines Turnieres absolviert worden sein, sondern können turnierübergreifend berechnet werden. Einzusehen in der online-DWZ-Datenbank: Deutsche Wertungszahlen - Deutscher Schachbund - Schach in Deutschland. DWZ ausgewertete Partien haben bei Kindern und Jugendlichen älter als 12 Jahre (12 Jahre oder jünger 60 Minuten Bedenkzeit)eine Mindestgesamtbedenkzeit von 90 Minuten und sind immer verpflichtet mit der Notation der Partie.

ELO- internationale Wertungszahl. Nach dem Erfinder Arpad Elo benannt. Wird seit 1970 vom Weltschachverband  Fide genutzt und heißt offiziell  Fide rating, wird aber umgangsprachlich weiterhin Elo genannt. FIDE Ratings and Statistics

Fairplay – wie es eigentlich in jeder Sportart gepflegt werden sollte, haben auch wir uns dem Fairplay verschrieben und wollen dieses als Vorbildfunktion und gesellschaftlichem Wert unseren Kindern und Jugendlichen vorleben und vermitteln. Wir haben uns daher der Fairplay-Vereinbarung der deutschen Schachjugend verschrieben: Vereinbarung zum Fairplay: Deutsche Schachjugend (deutsche-schachjugend.de). Dieses geht weit über das rein sportliche Fairplay hinaus und dient auch dem Schutze und der Bildung und Gestaltung von sozialen Lebensräumen der Kinder und Jugendlichen. Übrigens müssen unsere in der Jugendarbeit Beteiligten alle ein erweitertes polizeiliches Führungszeugnis - im Rahmen der Präventionsarbeit in Vereinen - vorlegen.

Homepage  Hildesheimer Schachverein/Jugendschachbereich – dient als Voraussetzung der ersten Informationsquelle und sollte von allen Vereinsmitgliedern oder ihren Eltern unbedingt regelmäßig genutzt werden. Der Terminkalender (für die bessere Übersicht sind die Jugendtermin in orange gehalten) sowie die aktuellsten Berichte aus dem Jugendbereich findet man auf der Startseite: Nachrichten u. Termine - Hildesheimer Schachverein (schach-hildesheim.de). Darüber hinaus gibt es den extra Jugendbereich Jugend - Hildesheimer Schachverein (schach-hildesheim.de) mit den wichtigen Unterrubriken zu Mannschaften, Training, Mitgliederliste, interne und externe Turniere etc. . Auch hier findet man den Terminkalender für die Jugend im Überblick. Tipp: in vielen Fällen gelangt man durch das anklicken eines Termins auf die entsprechenden weiterführenden Informationen in Form von Ausschreibung oder  spezieller Turnierseite.

Jugendligen – U20 Mannschaftsliga im Jugendbereich. Die unterste Liga ist hier die Landesklasse, in der mit 4’er Mannschaften gespielt wird und sich meistens auf den Raum im südlichen Niedersachsen beschränkt. Idealer Einstieg in den Mannschaftsschachsport ist die Teilnahme als Stamm- oder Ersatzspieler für unsere Kinder und Jugendlichen. Notationskenntnisse und die sichere Beherrschung der Schachregeln sowie Zuverlässigkeit und Spielfreude  sind hierfür die idealen Voraussetzungen. Die Saison geht i.d.R. von September bis April/Mai in der an ca. 4 bis 5 Sonntagen mit 2 Runden am Tag die Mannschaftskämpfe als Heimspiel oder auswärts ausgetragen werden. Die nächst höhere Liga ist die Jugendliga Niedersachsen, in der mit 6’er Mannschaften in ganz Niedersachsen gespielt wird.

Jugendserie/JWZ – vor allem für neue Vereinskinder oder Kinder/Jugendliche aus Schulschach-AGs ideal. Ein Schnellschachturnier, in dem 7 Runden Schnellschach in verschiedenen Altersklassen von z.B. U7 / U8 bis U16 gespielt werden. Ältere Jugendliche können in der Veteranengruppe teilnehmen. Konzipiert wurde dieses Turnier als Einstiegsturnier, hier gibt es sogar eine eigene Wertungszahl die sogenannte JWZ (Jugendwertungszahl), die es bereits nach der ersten Teilnahme gibt und nur in dieser Turnierreihe ausgewertet wird (ähnlich der DWZ). Turniere finden von ausrichtenden Vereinen in diesem Format mehrfach über das ganze Jahr in Niedersachsen und Bremen statt – manchmal richten auch weitere Vereine aus benachbarten Bundesländern dieses Turnierformat aus.

LJEM/LJMM – Landesjugendeinzelmeisterschaften/Landesjugendmannschaftsmeisterschaften. Übergeordnete Ebene nach den 6 niedersächsischen Schachbezirken. LJMM findet für die U12/U14 und U16 meist über Himmelfahrt statt und setzt i.d.R. die Qualifikation auf Bezirksebene voraus. Die LJMM U10 findet als halboffenes Turnier ohne vorherige Qualifikation meistens separat im September statt. Die LJEM findet immer in der Karwoche für die U10 bis U18 statt – zeitgleich wird ein Open statt und die weiblichen Altersklassen U10 bis U18. Für die älteren Altersklassen ist hierfür ebenfalls eine Qualifikation auf Bezirksebene erforderlich – alternativ gibt es die Möglichkeiten der Freiplatzvergabe.

Normalschach – mit langer Bedenkzeit . Daher auch Langpartie oder klassisches Schach genannt. Meist liegen hier die Bedenkzeiten bei Spieler*innen im Jugend- und Erwachsenenbereich bei insgesamt mindestens 90 Minuten. Gängig sind auch Bedenkzeiten wie 90 Minuten für die ersten 40 Züge + 30 (oder 15)Minuten für den Rest der Partie + 30 Sekunden Zeitzuschlag pro Zug. Die Bandbreite der Bedenkzeitregelung ist groß und immer in der Ausschreibung zu einem Turnier zu finden. Bei Kindern unter 12 Jahren können auch kürzere Bedenkzeiten von 60 Minuten Pro Spieler*in und Partie angewendet werden. Um eine DWZ Auswertung für das Turnier zu erreichen, müssen die Bedenkzeiten im vorgeschriebenen Normalschachmodus ausgeschrieben sein.

Notation – ist die Dokumentation einer Schachpartie. Im Turnierschach sind die Spieler*innen verpflichtet, die eigenen und auch die gegnerischen Züge auf sogenannten Partieformularen aufzuschreiben. In der langen Notationsschreibweise schreibt man sowohl Ausgangs- als auch Zielfeld auf, in der kurzen Version lediglich das Zielfeld. Die Figuren werden dabei mit ihrem Anfangsbuchstaben zu Beginn de der Notation des Zuges genannt, Bauernzüge bleiben ohne weiteren Buchstaben – hier werden nur die Feldkoordinaten aufgeschrieben. Z.b. e2-e4 bzw. in Kurzform e4 (weißer Bauer zieht einen Doppelschritt von dem Feld e2 nach dem Feld e4).

NSJ – niedersächsische Schachjugend. Wichtigste Instanz für den Spielbetrieb im Jugendbereich auf Landesebene. Niedersächsische Schachjugend (nsj-online.de). Informativ auch für Eltern – u.a. findet sich hier auch der Ergebnisdienst für den Jugenligen-Bereich.

NSV – niedersächsischer Schachverband NSV – Niedersächsischer Schachverband (nsv-online.de)

Schachbezirk 3 (Südniedersachsen)- dem Schachbezirk, dem auch der Hildesheimer SV zugeordnet ist. Aktuelles | Schachbezirk III (schachbezirk3.de) . Hier sind viele der Abläufe auf Bezirksebene geregelt, eine eigene Jugendseite für den Schachbezirk ist hier auch vom Bezirksjugendwart Niklas Mörke eingerichtet worden. 

Schach ist Sport – ja, viele mögen es kaum glauben. Schach wird als Sportart vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) und vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) anerkannt. Und der Hildesheimer Schachverein ist Mitglied im Kreissportbund. Willi Weyer Präsident des Deutschen Sportbunds gab 1977 an, dass Schach zumindest im Turnierbetrieb „unbestreitbar als Sport anzusehen“ sei. Schachturniere zu spielen ist extrem anstrengend. Eine professionelle Partie kann 4-5 Stunden oder auch mal länger dauern – bei zwei Runden am Tag summiert sich das auf ca. 10 Stunden. Hierbei können durch Höchstleistung des Gehirns Kalorien wie bei einem Halbmarathon verbraucht werden.

Schnellschach – sieht eine Begrenzung der Zeit auf zwischen 10 und 60 Minuten pro Spieler vor. Meist übliche Formen sind 15 oder 20 Minuten pro Spieler oder 10 bis 12 Minuten mit einem definierten Zeitzuschlag pro Zug und Spieler.

Schweizer System – Auslosungssystem für Schachturniere mit größeren Teilnehmendenfeldern, in denen aus zeitlichen Gründen nicht Jede/r gegen Jede/r spielen kann. Die erste Runde wird nach dem zuvor nach Spielstärke sortierten Teilnehmerfeld gelost, wobei beim FIDE-System die obere Hälfte gegen die untere Hälfte spielt. Ab der zweiten Runde wird die aktuelle Tabelle so angewendet, dass immer möglichst Spieler aufeinandertreffen, die gleich viele Punkte aufweisen, ohne dass im Turnierverlauf zwei Spieler mehrfach aufeinandertreffen dürfen. Gibt es für einen Spieler keinen Kontrahenten mit gleich vielen Punkten, wird er der nächsten Gruppe zugeteilt.

Schweizer System beschleunigt – darin steckt die Idee, leistungsstarken Spieler*innen gleich zu Beginn schnelle gleichwertige Gegner*innen zuzulosen. Dafür wird stärkeren Spielern vor der ersten Runde virtuelle Bonuspunkte gegeben. So spielen die stärkeren Spieler bereits in den ersten Runden gegeneinander. Zu einem späteren Zeitpunkt im Turnier werden die Punkte dann (schrittweise) wieder entfernt. Dies führt am Ende des Turniers zu einer größeren Genauigkeit an der Tabellenspitze.

Qualitätssiegel "Top Schachverein Kinder und Jugend" -2019 haben uns für diese Auszeichnung beworben und mussten dafür in insgesamt 9 Kategorien viele Bewertungskriterien erfüllen. U.a. gehört dazu ein Trainingskonzept, kinder- und jugendgemäße Spielräumlichkeiten, Zusammenarbeit mit den Eltern, Kooperationen mit Schulen, Einbindung der Jugendlichen in die Vereinsarbeit, spezielle Angebot für U10 Kinder und vielen mehr. Hierbei entstand ein vielseitiges Portfolio über unsere gesamte Jugendarbeit im Schachverein - mit Erfolg, denn wir dürfen seit 2020 das Qualitätsmerkmal Top Schachverein führen. Eine Erneuerung des Siegels wird 2024 fällig. Wer sich näher über die Kriterien und die Erläuterungen dazu informieren möchte, kann das hier nachlesen: Microsoft Word - 2010_12_Kriterien_KuJ-Schach.doc (deutsche-schachjugend.de)

Auszeichnung für den Hildesheimer Schachverein durch die Deutsche Schachjugend mit dem Siegel: Top Verein Kinder- und Jugendschach.
Fairplay Plakat der Deutschen Schachjugend
So sieht hoffentlich keine Notation unserer Vereinskinder aus ;-)